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SawUSA, 2004 (103 min)Regie: James Wan Mit: Cary Elwes, Leigh Whannell, |
Viel Schindluder wurde zuletzt getrieben mit dem einst so erquicklichen Serienkiller-Subgenre. SAW bemüht sich erfolgreich um Ehrenrettung. Wenn James Wan in seinem Regiedebüt in Look und Inhalt Finchers Meilenstein SE7EN zitiert, dann nicht, weil ihm sonst nichts einfiele, sondern weil für seine pechschwarze Murder-Ballad keine andere Visualisierung in Frage kommt: Das hier ist filmischer Death Metal, in dem Wan einige wirklich üble Fantasien aus seinem Stammhirn kratzt und mit erkennbarem Vergnügen in die Leinwand fräst. Dies ist kein schöner Film.
(...) SAW ist nicht nur ein maßvoll kranker Spießrutenlauf durch derangierte Gedankenwelten, die einen Vollblut-Sicko wie Peter Sotos immerhin auf die Wanted-Listen des FBI brachten, sondern auch vertracktes Katz-und-Maus-Spiel, das sein Publikum eben nicht nur abturnen, sondern auch involvieren will, Herzschlag für Herzschlag.
Zwei Männer erwachen in einer kargen Kellerzelle aus ihrer Ohnmacht, mit Ketten an gegenüber liegende Wände gefesselt. In der Mitte liegt eine übel zugerichtete Leiche. Nach und nach werden den beiden Fremden Hinweise zugespielt, die ihnen angeblich den Weg in die Freiheit - oder einen elenden Tod - weisen sollen. Aus diesem sparsamen Szenario entwickelt Wan einen panischen Wettlauf mit der Zeit, dessen klaustrophobische Enge mit ein paar filmischen Volten wie Rückblenden und einer parallelen Storyline über einen obsessiven Cop auf der Suche nach dem Jigsaw-Killer aufgebrochen wird.
Es spricht nur für den Regisseur, der mit Cary Elwes (einstmals immerhin Mel Brooks' Robin Hood!) und Danny "I'm-too-old-for-this-shit" Glover zwei Darsteller von Rang gewinnen konnte, die bereit sind, mit ihren guten Namen für diesen bedingungslosen Mindfuck gerade zu stehen. Das ist Cinema of Transgression im Thrillergewand, im Gedenken an Richard Kern und Nick Zedd und den Kopf von Gwyneth Paltrow in einer verdammten Schachtel.
Fantasy Filmfest